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Triathlon/Duathlon - Gymnastik

Gymnastik

SINN UND UNSINN DES STRETCHINGS


Wie denn nun?
Dehnen gegen Baumstumpf, Wand und Autotür gedrückt, bis 40 zählen oder hin- und herschaukeln - und das Ganze vor oder nach dem Training?

Fest steht:
Beweglichkeitstraining hat in der Sportpraxis einen hohen Stellenwert.
Die kursierenden Anleitungen sind jedoch höchst widersprüchlich und stiften verständliche Verwirrung in Athletenkreisen.
In jüngster Zeit wird die Wirkung des Stretchings zunehmend kritisch hinterfragt.
Neuere sportwissenschaftliche und medizinische Arbeiten haben sich eingehend mit der Thematik des Stretchings befasst. Untersucht wurde insbesondere, welche der verschiedenen Stretchingmethoden welche Wirkung erzielt.
Dabei kam man zu interessanten Ergebnissen.

Dieser Beitrag soll praktische Tipps und Hinweise vor dem Hintergrund jüngster wissenschaftlicher Erkenntnisse liefern und gezielt bei der Wahl der geeigneten Techniken beraten.


Dehnen, warum eigentlich?

Obwohl im Triathlon die Leistung vornehmlich von der Funktionsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems bestimmt wird, gehören Inhalte des Beweglichkeitstrainings in jede Trainingsplanung.
Ziele, die ein Ausdauersportler mit dem Dehnen erreichen möchte, sind folgende:
• Verringerung des Verletzungsrisikos
• Verbesserung der Regeneration
• Ausgleich muskulärer Dysbalancen
• Ökonomisierung der Bewegungsabläufe

Muskeldehntechniken

• Das Passiv-Statische Dehnen

Die wohl bekannteste und am häufigsten praktizierte Art des Dehnens ist das passiv-statische Dehnen.
Der zu dehnende Muskel wird langsam in eine Dehnposition gebracht und dort gehalten. Hinsichtlich der Intensität wird als Obergrenze die subjektiv empfundene Schmerzschwelle empfohlen. Es sollte kein Dehnungsschmerz auftreten.
In Bezug auf die Wirksamkeit unterschiedlicher, lange andauernder statischer Dehnprozeduren konnte ermittelt werden, dass permanente Dehnungen von 45 Sekunden bis zu 2 Minuten zu keinen größeren Verbesserungen der Beweglichkeitsleistung führen als eine Dehnung von 15 Sekunden Dauer.

• Zähes Dehnen ( "Passives Ausziehen")

Das zähe Dehnen ist eine besondere Form der statischen Muskeldehnung. Hierbei erfolgt die Dehnung des Zielmuskels in zwei aufeinander folgenden Schritten.
Zu Beginn wird der Muskel gedehnt bis ein erster Dehnungsreiz spürbar wird. In dieser Position wird die Dehnung für 10 bis 30 Sekunden gehalten. Die exakte Dauer der ersten Dehnung richtet sich nach dem persönlichen Spannungsempfinden.
Sobald sich eine Spannungsminderung einstellt, wird zur zweiten Phase - dem erweiterten Dehnen - übergegangen. Die Muskulatur wird aus der ersten leichten Dehnung nachgedehnt und in der Endposition für 20 Sekunden gehalten.

• Das Aktiv-Dynamische Dehnen

Diese Dehnungsform ist dadurch gekennzeichnet, dass die Ausführung durch langsames, rhythmisches Bewegen im Bereich des Dehnungspunktes erfolgt.
Dabei kommt es zur Kontraktion des entsprechenden Antagonisten (Gegenspielers). Ruckartige oder reißende Bewegungen sind nicht zweckmäßig und sogar schädigend.
Es handelt sich um langsame und kontrolliert ausgeführte dynamische Bewegungen.
Pro Übung sollten 15 bis 20 kontrollierte Bewegungen in mindestens drei Serien durchgeführt werden.


Vergleichende Betrachtung der verschiedenen Techniken

AIle bisherigen Untersuchungen zeigen, dass jede der beschriebenen Methoden eine deutliche Verbesserung der Bewegungsamplitude bewirkt. Hinsichtlich der Begründung gibt es noch Erklärungsbedarf.
Sicher ist, dass die Gesamtlänge des Muskels nicht veränderbar ist.

Um es auf den Punkt zu bringen: Dehnen wirkt.
Es verbessert die Beweglichkeit aber niemand kann derzeit eine genaue Erklärung liefern.

Obwohl noch viele Fragen unbeantwortet sind, gibt es doch gesicherte Erkenntnisse darüber, welche Technik zu welchem Zeitpunkt geeigneter erscheint.

Dehnen vor Belastung?

Intensives Statisches Dehnen ist unter der Maßgabe, die volle muskuläre Leistungsfähigkeit auszuschöpfen, eher hinderlich.
Die dynamische Dehnungsvariante ist hier eindeutig zu bevorzugen.
Also weg vom statischen Dehnprogramm vor der Belastung! Allgemeine Erwärmung, dynamisches Dehnen mit einem hohen koordinativen Anteil sowie eigenständige Koordinationsübungen (Lauf-ABC) sind hier das richtige Mittel.

Dehnen nach Belastung als regenerationsfördernde Maßnahme?

Durch intensives Dehnen kann das Auftreten von Muskelkater nicht verhindert werden.
Für eine schneller Regeneration ist es wichtig den Stoffwechsel des Muskels zu verbessern.
Es ist ratsam, den Regenerationsprozess durch leichtes Auslaufen, lockeres Schwimmen, warme Bäder, Massagen und Sauna zu unterstützen, denn dort findet eine optimale Stoffwechselerhöhung statt und somit wird die Muskelspannung wieder auf ein normales Maß reguliert.

Dehnen zur Verbesserung der Beweglichkeit

Wenn die momentane Beweglichkeit verbessert werden soll, ist das statische Dehen das Mittel.
Das Dehen sollte dann aber als isolierte Übungseinheit absolviert werden mit kurzer allgemeiner Erwärmung, Stretching der Zielmuskeln nach dem passiv-statischen Dehnungsprinzip oder zähes Dehnen und dem Mobilisieren der beanspruchten Gelenke als Ausklang.


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