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Triathlon/Duathlon - Trainingsmethoden

Triathlon ist eine lange Dauerleistung mit einer relativ niedrigen Intensität. Tempobeschleunigungen finden während des Wettkampfes kaum statt.
Im gesamten Trainingsprogramm eines Triathleten wird das Ausdauertraining, mit dem Ziel des Vergrößerns der aeroben Ausdauer, eine zentrale Position einnehmen.
In der Praxis bedeutet dies, daß bei jeder Disziplin des Triathlons viele Kilometer absolviert werden müssen.

Neben Ausdauertraining - aerobe Arbeit - muß aber auch das anaerobe - ins Trainingsprogramm aufgenommen werden. Weiter sollten auch das Krafttraining und die Gelenkigkeitsübungen nicht vergessen werden.

Als Vorbereitung auf die Wettkampfsaison müssen die Übergänge zwischen den jeweiligen Disziplinen geübt werden. Diese kurze Einführung in die Trainingsmethoden zeigt, weshalb Triathlon so attraktiv für viele Sportler ist.
Langeweile oder Eintönigkeit werden bei einem abwechslungsreichen Training nicht aufkommen.
Ein weiterer Vorteil des Triathlon-Trainings ist, daß bei Überbelastung in einer Disziplin einfach die beiden anderen Sportarten weitertrainiert werden können.
Dann zeigt sich, daß z. B. das Schwimmen die geeignete Sportart ist, um sich nach schwerem Training zu erholen.
Durch den Zustand der Gewichtslosigkeit werden Muskeln und Bewegungsapparat nicht zu schwer belastet, und der Körper kann sich erholen.


Die aerobe Ausdauer in den drei Disziplinen



Die aerobe Kapazität ist vom Leistungsvermögen des Herzens, des Kreislaufs, der Atmung und des Stoffwechsels abhängig.
Erst ab einer Pulsfrequenz von über 130 bis 140 Schlägen pro Min. ist ein Anreiz gegeben, der die aerobe Kapazität trainiert.
Bei einer Belastungsdauer ab 90 Min. ist entscheidend, wie groß die Stoffwechselvorräte sind und welche Nahrung während der Belastung aufgenommen wird.


Schwimmen

Für das Schwimmtraining eignet sich ein kontinuierliches Schwimmen über eine Distanz von 1 bis 3 km bei einer mittleren Belastung mit einer Pulsfrequenz von 140 bis 180.
Der Trainingseffekt besteht in der Verbesserung der aeroben Ausdauer und der Bewegungskoordination.
Neben Dauertraining kann auch Intervalltraining absolviert werden. Dabei wird vom schnellen zum langsamen Schwimmen gewechselt.
Beim Dauerschwimmen können die Schwimmstile wie auch die Teilbewegungen Armzug/Beinzug abgewechselt werden.
Das Gefühl für das Wasser und die Schwimmtechnik werden beim Dauertraining deutlich verbessert.

Radfahren

Dauertraining auf dem Rad besteht im Fahren einer Distanz von 30 km bis über 100 km in gleichbleibendem Tempo.
Die Pulsfrequenz muß, abhängig von der Konstitution des Fahrers, bei 140 bis 160 Schlägen pro Min. liegen.
Auch hier kann, wie beim Schwimmen, mit Intervalltraining variiert werden.

Laufen

Der Dauerlauf ist für die Laufdisziplin ein ausgezeichnetes Training der aeroben Ausdauer.
Distanzen zwischen 10 und 30 km werden in ruhigem, gleichmäßigem Tempo absolviert.
Die Pulsfrequenz liegt ebenfalls bei 140 bis 160.
Ein Anfänger wird lediglich eine Geschwindigkeit von 10 bis 12 km/h erreichen, ein durchtrainierter Läufer kommt dagegen auf eine Geschwindigkeit von 13 bis 15 km/h.

Der Langlauf dient oft als Erholungstraining zwischen zwei schweren Trainingstagen. Ein langsames Tempo ermöglicht das Aufbauen der aeroben Ausdauer.
Diese Art des Laufens wirkt sich positiv auf Herz und Kreislauf aus.
Auch während des Langlaufs ist ein Intervalltraining möglich.


Die anaerobe Ausdauer in den drei Disziplinen



Diese wird bei maximaler oder submaximaler Geschwindigkeit trainiert. Während des anaeroben Trainings ist der Sauerstoffverbrauch größer als die Sauerstoffaufnahme.
Das Trainieren unter Sauerstoffschuld kann nur geringe Zeit durchgehalten werden. Es soll vermieden werden, daß während eines Wettkampfes eine Sauerstoffschuld entsteht.
Die anaerobe Ausdauer wird mit Intervalltraining trainiert. Hierbei wird eine bestimmte Distanz in einer festgelegelegten Zeit zurückgelegt, danach folgt eine aktive Erholungsphase.
Diese Trainingsschnitte werden in Intervallen wiederholt.

Schwimmen

Vor jedem Intervalltraining sollte ein ca. zehnminütiges Einschwimmen durchgeführt werden. Hierdurch gewöhnt sich der Körper an das kühle Wasser, die waagerechte Lage und den Wasserwiderstand. Intervalltraining mit geringer Intensität - 50 bis 75 % des max. Leistungsvermögens - beinhaltet viele Wiederholungen.
Erhöhen sich der Belastungsgrad und die Distanz, verringert sich die Anzahl der Intervalle und verlängert sich die Dauer der Ruhephasen.

Ein anderes Beispiel ist das sogenannte Pyramidentraining.
Hierbei werden die Strecken in einem hohen oder durchschnittlichen Tempo geschwommen und nach jeder Strecke eine unvollständige Pause eingelegt: 25m-50m-75m-100m-75m-50m-25 m.

Radfahren

Ein Beispiel für das Intervalltraining beim Radfahren:
Gesamtstrecke: 60 km, 3 mal 4 Abschnitte von 5 km, zu bewältigen in 9.00, 8.30, 8.00, 7.30 Min.
Danach als Erholungsphase 5 Min. ruhiges Fahren.

Beim Gruppentraining soll ein möglichst hohes Tempo gewählt werden. Nach jeder Viertelstunde sollte eine Erholungsphase erfolgen. Danach ist das Tempo wieder anzuziehen.

Laufen

Am Anfang wird mit wenig Wiederholungen über kürzere Strecken gelaufen, z. B. 8 mal 200 m.
Nach Verbesserung der Leistungsfähigkeit wird das Tempo gesteigert und die Anzahl der Wiederholungen wird erhöht. Gleichzeitig werden die Erholungsphasen immer kürzer.

Beispiel für eine Gesamtstrecke von ca. 10 bis 15 km:
Abschnitte von 1000 m in ca. 4 Min., nach 5 Wiederholungen eine Extrapause einlegen. In den Erholungsphasen muß die Pulsfrequenz auf 120-130 zurückgehen.


Das Fahrtspiel als Intervalltraining



Das Intervalltraining mit seinen ständigen Wiederholungen und festgelegten Strecken ist bei den meisten Läufern nicht sonderlich beliebt. Als Alternative bietet sich ein Geschwindigkeitsspiel an.
Der Triathlet entscheidet nach, Gefühl, wann die schnelleren Strecken in sein Programm eingebaut werden.

Optimal ist ein Training in freier Natur mit wechselnder Bodenbeschaffenheit.

Ein Fahrtspiel-Programm kann wie folgt aussehen:
Begonnen wird einem zehnminütigen Warmlaufen.
Dann beginnt das eigentliche Lauftraining, bei dem schnellere Strecken (150 bis 600 m) je nach Empfinden mit Ruhepausen wechseln.
Wird in einem hügeligen Gelände trainiert, sollte der Hügellauf in eine Tempophase eingebaut sein.
Für die Erholungsphasen bietet sich das Laufen auf Gras oder Reitwegen an.
Bei ausreichender Kondition kann ein Dauerlauf (80 % der max. Geschwindigkeit) in das Trainingsprogramm aufgenommen werden.
Das Trainingsprogramm wird mit lockerem Auslaufen beendet.
Es ist empfehlenswert, im Anschluß an das Training einen Saunabesuch oder Wechselduschen vorzunehmen.

Der Übergang zwischen den Disziplinen


Das Attraktive am Triathlon ist das abwechslungsreiche Training.
Der Wettkampf, in dem die drei Disziplinen miteinander kombiniert werden, stellt hohe Anforderungen an die Fähigkeit, sich jeweils auf die unterschiedlichen Bedingungen einzustellen.

Welche Faktoren spielen bei der Kombination der unterschiedlichen Disziplinen eine Rolle?

Die unterschiedliche Körperhaltung


Während des Schwimmens liegt der Triathlet horizontal im Wasser.
In dieser Lage muß die Nackenmuskulatur auf einer anderen Ebene funktionieren, was zu Orientierungs- und Reflexschwierigkeiten führen kann.
Im Wasser erhalten die Ohren keine Geräuschvibrationen aus der Luft und der Orientierungssinn wird gestört. Die Augen können unter Wasser die Umgebung nicht klar erkennen.
Diese Faktoren können beim Verlassen des Wassers, insbesondere nach dem Kraulschwimmen, Schwindelgefühl und Desorientierung verursachen.

Da der Triathlet direkt im Anschluß zu seinem Rad laufen, also seine Körperlage abrupt ändern muß, wird das Gleichgewichtsgefühl zusätzlich belastet.
Durch regelmäßiges Üben des Wechsels können diese Probleme gemindert werden.
Während des Radfahrens sitzt der Triathlet aus aerodynamischen Gründen über die gesamte Strecke mit gebeugtem Rücken auf dem Rad.
Nach dieser horizontalen, gekrümmten Haltung muß er schließlich in die richtige aufrechte Laufhaltung finden.
Jede dieser Körperhaltungen stellt unterschiedliche Anforderungen an das Gleichgewichtsgefühl und den Bewegungsapparat.

Die unterschiedliche Muskelbeanspruchung

Für die Schwimmdisziplin ist vorwiegend der Einsatz von Arm-, Rumpf- und Schultermuskeln erforderlich.
Die Beine dienen beim Kraulschwimmen lediglich zur Positionierung und Stabilisierung, werden jedoch beim Brustschwimmen intensiv zur Erzeugung der Schubkraft gefordert.
Im Hinblick auf die nachfolgende Radfahrdisziplin liegt der Vor- und Nachteil des Kraulstils darin, daß die Beinmuskeln verhältnismäßig ausgeruht, aber demzufolge auch abgekühlt und steif sind.
Aufgrund der relativ hohen Beanspruchung beim Brustschwimmen sind diese Muskeln zu Beginn der Radfahrdisziplin zwar schon gut durchblutet, aber auch ziemlich ermüdet.
Um den jeweiligen Vorteil zu nutzen, könnte z. B. lediglich der letzte Teil der Disziplin im Brustschwimmstil zurückgelegt werden.
Der günstigste Ablauf muß in der Aufbauphase durch individuelles Experimentieren herausgefunden werden.

Beim Radfahren werden hauptsächlich die Beinmuskeln strapaziert. Sowohl der Quadrizeps - der kräftige Oberschenkelmuskel, der vom Becken bis zum Knie läuft - als auch die Hamstrings (der Muskel, der an der Rückseite des Oberschenkels liegt) werden dynamisch beansprucht. Die Waden werden während des Fahrens oft nur statisch belastet.
Im Gegensatz zum Laufen kann hier nicht von einer Extrembelastung geredet werden, denn durch die lockeren Bewegungen gehen die Spannungen der diversen Muskelpartien fließend ineinander über.
Sowohl beim Radfahren als auch beim Laufen sind die gleichen Muskelpartien wichtig, werden jedoch nach einem anderen Koordinationsmuster eingesetzt.

Das Koordinationsvermögen


Koordination ist die geordnete Zusammenarbeit unterschiedlicher Muskeln, die vom zentralen Nervensystem gesteuert wird.
Wenn die verschiedenen Bewegungsabläufe gut aufeinander abgestimmt sind, ist die Rede von einer zweckmäßigen ökonomischen Bewegung.
Das Koordinationsvermögen wird bei jedem Übergang beansprucht, da auf ein neues Bewegungsmuster geschaltet werden muß.
Andere Muskeln müssen aktiviert werden oder die gleichen Muskeln müssen eine andere Bewegung ausführen. Wenn der Körper eine Bewegung über längere Zeit ausgeführt hat, kostet es viel Mühe, aus dieser Bewegung in einen neuen Bewegungsablauf überzugehen. Besonders wenn die Muskeln bereits ermüdet sind, kostet diese Anpassung große Mühe.

Das optimale Triathlon-Training besteht nicht nur aus dem Trainieren einzelner Disziplinen, auch die Wechsel und die Kombinationen müssen in das Trainingsprogramm aufgenommen werden.
Nur so entsteht ein vollkommenes, gleichmäßiges Trainingsprogramm.
Das Trainieren der Wechsel muß nach und nach in das Trainingsprogramm eingebaut werden.
In der Vorbereitungsperiode - Winter und Frühjahr - können zwischen den einzelnen Disziplinen kurze Pausen eingelegt werden. Diese sollten jedoch immer kürzer werden, bis sie letztendlich vollkommen verschwinden und ein spezielles Kombinationstraining betrieben wird.
Der Körper lernt auf diese Weise allmählich die Probleme kennen, die beim Umziehen, Umschalten und Wechseln des Bewegungsablaufs entstehen können.

Weiterhin ist es wichtig, daß die Intensität der kombinierten Disziplinen nicht zu hoch liegt. In der Vorbereitungsphase sollten die Übergänge ohne große Ermüdung geübt werden.

In der Praxis bedeutet dies z. B. ein kurzes Radtraining, gefolgt von leichtem Lauftraining über eine kurze Distanz.
Wenn die Wettkampfsaison näherrückt, müssen Intensität und Dauer der unterschiedlichen Disziplinen erhöht werden, so daß die Kombination eine größere Übereinstimmung mit der realen Wettkampfsituation erreicht. Während dieser Periode muß der Hauptanteil des Trainings aus Kombinationstraining bestehen. Nicht nur die Kombination zweier Disziplinen und ihrer Übergänge, auch ein Trainings-Triathlon sollten durchgeführt werden.
Das Selbstvertrauen wächst, wenn die Probleme des Umziehens, der steifen Muskeln, des Laufens nach dem Radfahren und des eventuell zu schnellen Starts bereits vertraut sind.


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