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Laufen - Technik
Lauftechnik


LAUFTECHNIK

Es lassen sich grob zwei Laufstile im Langstreckenlauf unterscheiden.

Der wenig vorteilhafte - häufig bei Joggern zu beobachten - ist dadurch gekennzeichnet, daß der Läufer passiv in die vordere Stützphase "hineinfällt". Diesen Stil könnte man aufgrund der minimalen Beinaktion in der hinteren Stützphase als "Schleichschritt" bezeichnen.

Ein ökonomischer Laufstil ist gekennzeichnet durch einen aktiv greifenden, ziehenden Fußaufsatz in der vorderen Stützphase und eine aktive Rückwärtsbewegung des Schwungbeines.
Mit zunehmender Laufgeschwindigkeit verlagert sich der Fußaufsatzpunkt nach vorn - beim Sprinten wird nur im Bereich der vorderen Fußballen aufgesetzt.
Beim Langstreckenlauf erfolgt der Fußaufsatz zuerst auf der Ferse. Der Fuß rollt dann mit leichter Supinationshaltung über den Fußaußenrist zum Kleinzehenballen und kippt dann in eine leichte Pronationshaltung zum Großzehenballen, der den Abdruck in der hinteren Stützphase gibt. Gleichzeitig erfolgt eine Streckung im Sprung-, Knie- und Hüftgelenk.

Darüber hinaus ist zu beachten, daß der Oberkörper in einer lockeren, entspannten Haltung den Laufrhythmus unterstützt. Ideal ist eine leichte Oberkörpervorlage. In jedem Fall ist es zu vermeiden, im Hohlkreuz mit nach vorn abgekipptem Becken oder in "sitzender" Position zu laufen. Die Arme werden gebeugt locker neben dem Körper vorbeigeschwungen.

Schrittlänge und -frequenz sind individuell unterschiedlich und abhängig von Körpergröße, Leistungsfähigkeit und Laufgeschwindigkeit.

Allgemein gilt: je größer die Schrittlänge, desto niedriger die Frequenz, und umgekehrt.
Gelingt es jedoch, einen Parameter konstant zu halten und den anderen zu erhöhen, steigt die Laufgeschwindigkeit.
Je länger der Schritt, desto höher sind die Anforderungen an die Kraft.

ÜBUNGEN ZUR LAUFTECHNIK (LAUF-ABC)

Die Koordinationsübungen des Lauf-ABC zielen auf eine Verbesserung und Ökonomisierung des Laufstils, auf eine erhöhte Flexibilität und eine Kräftigung der Laufmuskulatur.
Regelmäßige Laufgymnastik (Lauf-ABC) verringert die Verletzungsanfälligkeit, es treten weniger Beschwerden im Bereich der Muskulatur, der Bänder und Sehnen auf.

Eine Verbesserung des Laufstils äußert sich durch:
- eine gute Koordination auch bei höherer Laufgeschwindigkeit,
- eine hohe Variabilität von Schrittfrequenz und Schrittlänge im Verhältnis zur geforderten Geschwindigkeit und
- einen unverkrampften Laufstil auch im Zustand der Ermüdung.

Wenig Geübte sollten das Lauf-ABC in der vorgegebenen Reihenfolge unmittelbar nach dem Einlaufen und nicht im ermüdeten Zustand nach dem Haupttrainingsprogramm durchführen, denn eine exakte Bewegungsausführung ist wichtig und erfordert Konzentration.

Die Übungsdauer richtet sich nach der motorischen und konditionellen Leistungsfähigkeit des Sportlers. Zu empfehlen ist eine Übungszeit von etwa 20 Sekunden bzw. eine Übungsstrecke von 30 bis SO Metern je Einzelübung.
Die Pause zwischen den Übungen sollte etwa 30 Sekunden betragen.



Übungen mit Bewegungsbeschreibungen:

1. Fußgelenksarbeit
• geringer Kniehub mit aktivem Fußaufsatz in Richtung des Körperschwerpunktes (KSP)

2. Fußgelenksarbeit mit wechselseitig
hohem Kniehub
• erst Streckung, dann aktives Aufsetzen in den Vorderstütz
• aktive Unterstützung durch koordinierte Armführung

3. Skipping a) normale bis steigende Frequenz
b) Übergang in den Lauf
• mittlerer Kniehub

• aktives Aufsetzen des Ballens in Richtung des KSP
• Streckung in den Bein- und Hüftgelenken

4. Wechsel der Fußgelenksarbeit und
Skipping
• flüssiger Wechsel

5. Kniehebelauf (verschiedene Frequenzen)
a) hoher Kniehub b) hoher Kniehub mit auspendelndem Unterschenkel
• Streckung in den Knie-/Hüftgelenken
• Körperlage
• Armführung in Laufrichtung
• aktives Aufsetzen in Richtung des KSP
• Koordination zwischen Armen und Beinen ohne Verwringung des Rumpfes

6. Anfersen a) einseitig/wechselseitig b) wechselseitig mit Übergang in den Lauf
• schnelles, aber lockeres Auspendeln
• Oberschenkel leicht zurückführen
• Arme in Laufrichtung

7. Hopserlauf
a) vertikale Bewegungsrichtung b) horizontale Bewegungsrichtung mit Übergang in den Lauf
• Streckung in den Bein- und Hüftgelenken
• koordinierte Unterstützung durch die Arme
• aktives Aufsetzen in den Vorderstütz in Richtung des KSP

8. Wechselsprünge
a) vertikal /horizontal b) mit Übergang in den Lauf
• Streckung der Hauptgelenke
• aktiver Fußaufsatz
• Arme in Fortbewegungsrichtung

9. Laufsprünge
a) mit Frequenz b) mit Übergang in den Lauf
• Streckung und Führung vom Knie
• aktives Aufsetzen des Schwungbeines in Richtung des KSP

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