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Skaten - Fitness-Skaten

Skater

TECHNIK


Es gibt eine ganze Reihe von Untersuchungen zur Effektivität der Skatetechnik. Aufgrund individueller anatomischer und physiologischer Unterschiede wird es jedoch unmöglich sein, eine Bewegungsbild zu entwerfen, daß für alle Läufer am effektivsten ist.
Im Folgenden werden die Bewegungen der klassischen Technik in sogenannte "Funktionsphasen" geliedert, bei denen jeder zeitlich beobachtbaren Bewegung immer eine Funktion für das Bewegungsziel zugeordnet wird.
Grundlage der folgenden Untersuchung sind die Beschreibungen einer "optimalen Technik" aus den beiden lehrenden Werken "The Complete Handbook of Speed Skating" von der Olympiasiegerin D. Holum (1984) und "Speed on Skates" von dem kanadischen Eis- und Rollschnelläufer Barry Publow (1999).
Die Bezeichnungen "rechts" und "links" beziehen sich übrigens im Folgenden immer auf die Sichtweise des Betrachters.

Die klassische Technik

Phase 1:

Körperschwerpunkt (KSP):
Der KSP fällt passiv vom Stütz über dem linken Bein entgegen dem Abdruck nach rechts. Durch die gleichzeitige Beinstreckung wird er jedoch frontal nicht sichtbar abgesenkt. Er entfernt sich von der Stützfläche.

Linkes Bein:
Der linke Skate steht plan auf dem Boden. Das Kniegelenk des Beines (zZ. Gleitbein) ist 110°-120° gebeugt. Hüftgelenk und Sprunggelenk sind (abhängig von der individuellen Anatomie) so weit gebeugt, daß sich der KPS in der Ebene zwischen der Mitte und dem hinteren Drittel der Fußsohle befindet.
In der Frontalebene befindet er sich über dem Gleitbein. Nun wandert der Oberkörper und damit der KSP nach rechts, wobei nur der linke Fuß Bodenkontakt hat. Mit zunehmendem Fall erhöht sich der Abdruck auf diesem (linken) Fuß.

Rechtes Bein:
Der Oberschenkel des rechten Beines ist senkrecht zum Boden. Der Skate schwebt dicht über dem Boden. Nun beginnt eine Beugung des Hüftgelenkes und hebt den Oberschenkel so weit nach vorne an, daß die Knie nebeneinander sind. Der Zwischenraum zwischen den Knien ist so klein wie möglich. Der Unterschenkel folgt der Bewegung des Oberschenkels nach vorne. Das Kniegelenk streckt sich dabei leicht.
Der rechte Skate wird frontal so dicht wie möglich beim linken Fuß auf der Außenkante und möglichst in Fahrtrichtung aufgesetzt.
Von der Seite gesehen, setzt er zu 3/4 einer Skatelänge vor dem anderen auf. Der Bodenkontakt erfolgt dadurch auf der hinteren Hälfte der Rollen.

Funktion:
Durch die KSP-Verlagerung wird der Skate auf die Innenseite der Rollen gekippt und somit ein Abdruck ermöglicht. Außerdem wird ein Energiegewinn durch die Fallbewegung erreicht. Die Körperposition sichert eine aerodynamische Haltung und eine große Reichweite des Abdruckbeines nach außen. Weiterhin haben die Rollen in dieser Position optimale Rolleigenschaften auf dem Boden.
Das Aufsetzten des Skates verhindert den Fall des Skaters, der sonst durch die KSP-Verlagerung unweigerlich eintreten würde. Der geringe seitliche Abstand der Skates beim Aufsetzen vergrößert den nachfolgenden Abdruck .
Das "Nachvornesetzen" ist ein Raumgewinn nach vorne und bringt den Skate richtig unter den KSP, damit die Rollen beim anschließenden Gleiten wieder optimal belastet wird. Wird die Schiene nicht in Fahrtrichtung aufgesetzt, würde sich die "Realdistanz" unnötig vergrößern, weil man unnötige Schlangelinien fahren würde.

Durch den größeren Kniewinkel als beim Eisschnellauf wird die Bewegungsamplitute verringert. Die Schrittfrequenz kann jedoch erhöht werden. Der Inline-Skater kann somit besser auf äußere Faktoren, wie Gegner und Untergrund, reagieren .
Eine große Amplitude wie beim Eisschnellauf würde außerdem zu Kollisionen mit den Gegnern führen. Außerdem nimmt die Traktion der Rollen drastisch ab, je weiter sich der Skate vom KSP entfernt. Eine größere seitliche Bewegungsamplitude würde daher einen unnötigen Energieverlust bedeuten. Der geringere Kniewinkel gewährleistet außerdem für eine bessere Durchblutung der Oberschenkel.


Phase 2:

KSP:
Der KSP wandert weiter nach rechts und entfernt sich bis zu 16 cm von der Stützfläche.

Linkes Bein:
Nach der Druckaufnahme in Phase 1 geht der Abdruck des Skates nun aktiv über alle Rollen direkt zur Seite. Der Winkel des Skates zur mittleren Fahrtrichtung sollte unter 45% liegen.
Der Schwerpunkt der Kraftentwicklung liegt im ersten Drittel der gesamten Seitwärtsbewegung. Zum Ende des Abdruckes wird der Skates durch eine leichte Beugung des Sprunggelenkes und Druck auf die Ferse nach innen gedreht.
Der Winkel des Skates zur mittleren Fahrtrichtung geht dabei gegen 0°. Noch einmal: der Abdruck geht im letzten Moment über die Ferse und nicht über die Spitze!

Rechtes Bein:
Der Gleitskate befindet sich leicht innerhalb vom KSP. Er gleitet auf der Außenkante. Er wird mit zunehmendem Abdruck des linken Beines immer mehr zum Standbein.

Funktion:
Dies ist die Phase der größten Beschleunigung. Die Traktion der Rollen nimmt ab, je weiter sich der Skate vom KSP entfernt. Der seitliche und frühe Abdruck über alle Rollen sichert daher eine optimale Kraftübertragung und bringt bei erhöhter Geschwindigkeit den meisten Vorschub. Die mittige Belastung sichert einerseits eine gute Kraftverteilung über alle Rollen und anderseits verhindert sie einen "Spitzenabstoß", bei dem die vordere Rolle(n) stark belastet und damit bremsen würden.
Außerdem würde ein Abdruck über die vordere Rolle den KSP als Ausgleich zu weit nach vorne über das Gleitbein bringen und somit auch das Gleitbein nicht optimal belasten.
Das Gleiten auf der Außenkante sichert das Gleichgewicht des Skaters. Das ausgestellte Abdruckbein bildet das Gegengewicht zum verlagerten KSP.
Der Winkel zur mittleren Fahrtrichtung minimiert die seitlichen Energieverluste. Die Bewegung verlängert den Abdruckweg und führt zu einer besseren Energieumsetzung, da die seitwärts gerichtete Energie gegen null geht .


Phase 3:

KSP:
Der KSP wird nach links zurück senkrecht über die neue Stützfläche verlagert.

Linkes Bein:
Aus der (fast) kompletten Streckung und Abduktion (Abspreizung) wird das Bein durch eine Adduktion (Heranziehen) des Oberschenkels zurückgeführt. Das Knie wird leicht gebeugt, der Skate knapp über dem Boden zurückgeführt. Der Oberschenkel wird gerade zurückgeführt, so daß am Ende der Adduktion das Knie zum Boden zeigt und der Oberschenkel wieder senkrecht ist.

Rechtes Bein:

In gleichem Maße wie das linke Bein zurückgeführt wird und sich der KSP wieder nach links bewegt, kippt der Skate von der Außenkante wieder auf die Spitze der Rollen. Das Bein streckt sich ein wenig.

Funktion:

Die Adduktion bringt den Skate wieder unter den Körper des Skaters und die Beugung des Kniegelenkes verhindert den Bodenkontakt. Der Skate wird niedrig geführt, um ein Absenken des Oberkörpers nach vorne als Ausgleichsbewegung zu verhindern.
Durch ein solche Ausgleichsbewegung würde der Gleitskate zu weit vorne belastet.
Während der Rückführung hat das Bein Gelegenheit sich zu regenerieren.
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