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Skaten - Krafttraining für Skater

MUSKELEINSATZ BEIM INLINE-SKATEN

Inline-Skating ist eine Kraftausdauersportart, die überwiegend die Streck- und Beugemuskulatur der Oberschenkel, die Ab- und Adduktoren, den Gesäßmuskel und die Rückenmuskulatur beansprucht.
Krafttraining dient dem Leistungsaufbau, der Kompensation und der Prävention von Verletzungen und beugt muskulären Dysbalancen vor.
Je höher die Leistungsfähigkeit eines Athleten ist, desto bedeutsamer wird das Krafttraining zur weiteren Leistungssteigerung.
Neben dem Krafttraining der vortriebswirksamen Beinmuskulatur ist besonderer Wert auf die Ausprägung einer kräftigen Rumpfmuskulatur zu legen, um eine ausreichende Stabilität im Bewegungszyklus von Abdruck- und Gleitphase zu sichern.
Der Rumpf ist ein wichtiges Widerlager für die auftretenden Kräfte während der Abdruckphase.
In tiefer aerodynamischer Körperhaltung ist besonders die statische Kraftfähigkeit der Rumpfmuskulatur ein, die Leistung limitierender Faktor. Die Kraft und die Formen der Kraft sind grundlegend für eine gute Technik.

Welche Kraftfähigkeiten Sie aufbauen müssen, steht in einem engen Zusammenhang zur Länge der bevorzugten Wettkampfstrecke.
Sprint-Skater benötigen andere Kraftfähigkeiten als Langdistanz-Skater. Je kürzer die Wettkampfstrecke, desto bedeutsamer wird die Maximal- und Schnellkraftfähigkeit, je länger die Strecke, desto wichtiger die Kraftausdauer.
Maximalkraft ist die höchstmögliche Kraft, die das Nerv-Muskel-System willkürlich entwickeln kann. Sie stellt zugleich die Basis für die Schnellkraft dar.
Von Kraftausdauer spricht man bei lang andauernden Kraftleistungen, bei denen der Krafteinsatz 30 % der Maximalkraft übersteigt.

Die Ansprechbarkeit der Muskulatur auf Krafttrainingsreize ist bei jedem Sportler verschieden. So reagieren einige Sportler bei vergleichbarem Training stärker als andere auf ein Muskelaufbautraining mit einer starken Hypertrophie (Muskeldickenwachsturn).

Arbeitsweisen der Muskulatur

Bei der Ausführung der nachfolgend beschriebenen Übungen ist die Arbeitsweise der Muskulatur unterschiedlich.

Man unterscheidet drei Arbeitsweisen der Muskulatur:

• dynamisch konzentrisch (überwindend), wenn z. B. der Oberschenkelmuskel den Körper bei der Kniestreckung in der Abdruckphase nach oben drückt,

• dynamisch exzentrisch (nachgebend), wenn z. B. der Oberschenkelmuskel (M. quadriceps femoris) bei Sprüngen das Körpergewicht abfängt,

• statisch isometrisch (haltend), wenn z. B. die Bauch- und Rückenmuskulatur während der aerodynamisch tiefen Körperhaltung den Körper stabilisiert.

Die Beinkraft wird überwiegend dynamisch konzentrisch und dynamisch exzentrisch entwickelt, die Rumpfkraft dagegen statisch isometrisch.


KRAFTÜBUNGEN

Rumpfkrafttraining ohne Geräte

Die Rumpfmuskulatur hat für das Inline-Skating folgende Funktionen zu erfüllen:

* Widerlagerfunktion, d. h., die Rumpfmuskulatur stabilisiert den Rumpf im Schrittzyklus, um Ausweichbewegungen zu reduzieren.
* Kraftübertragungs- und Kopplungsfunktion, d. h., die Rumpfmuskulatur koppelt und überträgt die in den Beinen entwickelte Kraft über Muskelschlingen vortriebswirksam.
* Schutzfunktion, d. h., eine kräftige Rumpfmuskulatur entlastet das passive Bewegungssystem, insbesondere die Wirbelsäule, und schützt im Sinne eines Muskelkorsetts vor Fehl- und Überbeanspruchungen. Eine chronische Fehlbelastung der Wirbelsäule kann eine ganze Reihe von Beschwerdebildern, wie Verspannungen und Verhärtungen der Muskulatur, Ischiasbeschwerden etc., hervorrufen.

Die Rumpfmuskulatur muß so kräftig und ermüdungswiderstandsfähig sein, daß sie die genannten Aufgaben und Funktionen über die gesamte Belastungsdauer einer Trainingseinheit oder eines Wettkampfes erfüllen kann. Die Kräftigungsübungen sollten deshalb ganzjährig im Trainingsprozeß integriert werden. Die Übungen können vor und nach einer Trainingseinheit durchgeführt werden.

Allgemeines Krafttraining an Geräten


Für das Krafttraining an Geräten sollten Sie einige wichtige Punkte beachten:

• Jede Krafttrainingseinheit beginnen Sie am besten mit einer allgemeinen Erwärmung, einer Dehnungsgymnastik sowie Übungen zur Rumpfkräftigung. Nach dem Krafttraining können Sie die beanspruchten Muskelgruppen dehnen.

• Die Kraftgeräte sind auf die Körperproportionen so einzustellen, dass die Drehpunkte der Geräte mit denen der Körpergelenke übereinstimmen.

• Machen Sie sich durch Gewöhnungs- und Imitationsübungen mit leichten Gewichten mit den Geräten und Techniken vertraut.

• Achten Sie immer darauf, dass Sie die Übungen achsengerecht ausführen, d. h., dass Sie die Gelenke nur in ihrer funktionellen Bewegungsrichtung belasten. Bsp.: Bei der Kniebeuge mit der Langhantel dürfen beim Beugen der Beine die Knie nicht nach innen oder außen ausweichen, sondern müssen exakt über die Zehen nach vorn gebeugt werden.

• Vermeiden Sie maximale Gelenkendstellungen (Knie- oder Ellbogengelenke nicht durchstrecken).

• Vermeiden Sie eine Rundrücken- oder Hohlkreuzhaltung. Entlasten Sie stets die Wirbelsäule, d. h., trainieren Sie nach Möglichkeit mit geradem Rücken unter aktiver Anspannung der Bauch-, Gesäß- und Rückenmuskulatur.

• Gerätetraining sollten Sie mit einem Partner durchführen. Der Partner hat zum einen die Aufgabe, bei schweren Lasten zu helfen und zu sichern, zum anderen kann er Ihre Haltung und die Bewegungsausführung beobachten und auf eventuelle Haltungsfehler hinweisen. Zur Haltungskontrolle kann auch ein Spiegel hilfreich sein.

• Keine Pressatmung beim Überwinden des Widerstandes! Konzentrieren Sie sich besonders auf eine ruhige und gleichmäßige Atmung. So vermeiden Sie extreme Blutdruckanstiege.

• Die Trainingsgewichte, Wiederholungszahlen und Serien, mit denen Sie trainieren, müssen sich immer an Ihrer aktuellen Belastbarkeit orientieren. Nur so ist gewährleistet, dass Bänder, Sehnen, Gelenke und Knochen des passiven Bewegungssystems vor Überlastungen sowie die Muskulatur vor Verletzungen geschützt ist.

• Es ist empfehlenswert, dass Sie die Muskelgruppen von Agonist und Antagonist in einem funktionell ausgewogenen Verhältnis trainieren, um muskuläre Dysbalancen zu vermeiden.

• Ein Gerätetraining sollte nicht nach einer ermüdenden Trainingseinheit durchgeführt werden. Die Muskulatur und die passiven Strukturen (Bänder, Sehnen und Gelenke) sind in ermüdetem Zustand verletzungsanfälliger.

• Sie können die Wirkrichtung Ihres Krafttrainings beeinflussen. Folgt nach einer Krafttrainingseinheit eine passive Regenerationsphase, wirkt der Kraftreiz am stärksten. Folgt unmittelbar auf das Gerätetraining ein kurzes Lauftraining mit intensiven Antritten, können positive Transfereffekte dazu beitragen, dass die Bewegungskoordination durch den Kraftzuwachs nicht negativ beeinflusst wird.

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